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...von Brigitte


Die Überlegung ob ich wegen des Dauerregens vom Hotel zur Rennstrecke mit der S-Bahn fahre oder zu Fuß gehen soll hat sich schnell geklärt, nach dem vor dem einzigen Ticketschalter 4 Kunden warteten und mit dem Automaten kämpften.

Schon bei der ersten Kreuzung war der kleine faltbare Stadtplan von Nöten. Leider musste ich feststellen, dass ich meine Lesebrille im Hotel vergessen hatte. Um zum Hotel zurücklaufen war jedoch die Zeit zu knapp und in meiner "Verkleidung" mit Trekkingschuhen, Regenhose- und Jacke musste ich eine langsamere Gangart einschlagen. Also grobe Richtung Nordwest durch den Tiergarten. Da um diese Zeit und bei diesen Witterungsbedingungen die Menschen lieber in Ihren warmen Stuben blieben, traf ich erst nach dem 8:00 Uhr Läuten auf wartende Polizisten in ihrem warmen Mannschaftswagen.  Nachdem in Ihnen meine missliche Lage schilderte, lieh mir ein freundlicher Polizist seine Lesebrille mit den Worten:" kieken se mal durch" aber bitte wieder zurückgeben. Nun konnte ich endlich sehen wo ich mich befinde und wie ich am schnellsten zum Start der Rollis und Handbiker gelange. Denn die Kirchturmuhr schlug inzwischen 8:15 Uhr. Im "schnellen" Laufschritt ging's durch den Tiergarten und ich war stolz, rechtzeitig zum Start da sein zu können.


Mit meiner Presse Akkreditierung  (herzlichen Dank an Werner Schneider und Werner Pohl von RehaTreff) sollte mir theoretisch Tür und Tor offen stehen. Doch auch die Berliner können stur sein, da auf dem Ausweis ein Buchstabe fehlte -um in den Start/Zielbereich zu kommen- wurde ich freundlich, aber bestimmt, abgewiesen.
Ein Schlupfloch im Zaun ermöglichte mir trotzdem das Betreten der "Strasse des 17.Juni".


Statt geordneter Startaufstellung herrschte hier noch Hektik und Stress - ob die das wohl bis zum Startschuss schaffen? Das geordnete Chaos bei der Startaufstellung lies mich bald in Richtung km 7 abwandern, (tausende Läuferinnen und Läufer kamen mir entgegen, die hurtig zu ihrem Startplatz finden wollten)  da ich dort die Chance für mich sah, die meisten der Rollis und Handbiker zu fotografieren.  Die Anzahl und die Qualität der Bilder entsprechen diesmal nicht so ganz meinen Ansprüchen.
Von hier fand ich auch den kürzesten Weg, der zum Zieleinlauf führte - das hat ohne Stadtplan und Lesebrille funktioniert  :-)

Auf der Fotobrücke fanden sich  inzwischen die Fotografenprofis ein. Flink wurde aus Schirmen und Plastiktüten eine "Regenüberdachung" gebastelt, damit deren teures Material nicht allzu sehr unter dem Dauerregen leiden muss. Davon konnte ich auch profitierten, im Gegenzug informierte ich meine umstehenden "Pressekollegen" über die Faszination Handbikesport und Rennrollstuhlfahren.
Da mittlerweile die Siegerehrungen begonnen hatten, verließ ich die Fotobrücke und konnte deshalb leider nicht von allen Rollis und Handbikern den Zieleinlauf fotografieren.
Zum Glück muss ich nicht mit meinem Hobby meine Brötchen verdienen - bei Sonnenschein macht das Fotografieren einfach mehr Spaß und ist erfolgreicher.
Die Sportler mögen es mir verzeihen, wenn sie sich diesmal nicht auf einem der Fotos wiederfinden.